Seit Jahrzehnten befassen wir uns mit ganz unterschiedlichen Ledern und Stoffen. Dabei sammeln wir reichlich Erfahrung, die uns bei der Gestaltung neuer Produkte zu Gute kommt. Eine ganz persönliche Sicht auf die Dinge, mit denen wir tagtäglich zu tun haben.
Grundsätzlich müssen hochwertige Leder nicht oft gepflegt werden. Nichts bekommt Ihrer Lederbekleidung besser als häufiges Tragen. Durch die Bewegung mit dem Körper wird das Leder ständig gewalkt und bleibt auf diese Weise schön geschmeidig.
Vom Imprägnieren mit Sprays raten wir generell ab. Gute Leder dürfen nass werden. Sie trocknen bei guter Belüftung, liegend oder auf einem Kleiderbügel hängend wieder vollständig durch ohne Schaden zu nehmen. Sollten Sie einmal in einen Platzregen geraten, reiben Sie die Feuchtigkeit danach mit einem Fussel-freien Handtuch ab. Lassen Sie die Bekleidung anschließend langsam durchtrocknen. Weitere Hinweise dazu finden Sie in unserer Waschanleitung.
Ist Ihr Kleidungsstück getrocknet, können Sie den Schliff mit einer Kreppbürste wieder auf-rauen. Nach einer solchen Behandlung werden die Spuren des Regens vollständig beseitigt sein.
Wir verarbeiten grundsätzlich Leder mit naturbelassenen Oberflächen. Veränderungen von Farben und Oberflächen mit der Zeit sind ausdrücklich erwünscht. Diese Patina zeigt, dass Ihr Lederbekleidungsstück mit Ihnen lebt und in Ehren altern darf.
Waschanleitung - für Hirschleder sowie für als waschbar ausgewiesene Rindleder
Die Waschmaschine ist kein Tabu. Maximal 30°C im Wollwaschgang steckt Ihre Lederbekleidung bei gelegentlicher Anwendung locker weg.
Geben Sie Woll- oder Lederwaschmittel hinzu. Nach dem Waschgang nur kurz anschleudern. Danach die Bekleidung etwas in Form bringen und auf einem Wäscheständer liegend trocknen lassen - genauso, wie Sie es von Ihren Wollpullovern kennen. Gewähren Sie dem Leder die Zeit, langsam zu trocknen. Drei bis vier Tage sollten Sie sich gedulden. Wenden Sie es von Zeit zu Zeit.
Nach dem Trocknen weist das Leder üblicherweise eine gewisse Steifigkeit auf. Sie verflüchtigt sich durch das Tragen.
Bei der Handwäsche unterziehen Sie Ihre Hirschlederbekleidung mehreren Spülgängen. Geben Sie flüssige Neutralseife oder Wollwaschmittel hinzu. Anschließend drücken Sie das Wasser aus dem Leder. Nicht wringen!
Pflege unserer Nubukleder und Veloursleder
Nubukleder ist ein ähnlich robustes und unempfindliches Material wie Hirschleder. Unsere Nubukleder sind Vollrindleder mit einer geschliffenen Narbenseite. Dieser Schliff verleiht dem Leder seine wunderbar samtige Oberfläche. Es ist ein ganz natürlicher Prozess, dass sich diese Aufrauhung an stark beanspruchten Stellen wie Knie, Hosenboden, Innenkragen und Tascheneingriffen glatt legt und eine glänzende Patina annimmt. Mit einer Kreppbürste oder einem Nubuk-Radierer lässt sich der ursprüngliche Schliff ganz einfach wieder aufrichten.
Mit einer solchen Bürste lässt sich außerdem problemlos fest getrockneter Schmutz abbürsten. Fettige Verschmutzungen können Sie mit einem leicht angefeuchteten Schwamm und Neutralseife reinigen. Abschließend sollten Sie diese Stelle noch einmal großflächig feucht nachwischen. Sind diese Stellen getrocknet, können Sie diese mit der Kreppbürste noch einmal abreiben.
Auch hier gilt: weniger ist mehr. Gut getragene Lederbekleidung muss sehr selten gefettet werden. Die Leder sind von Hause aus gut ausgerüstet und überstehen einzelne Regenschauer ohne Fettung.
Sollte sich das Leder doch einmal trocken und stumpf anfühlen, empfehlen wir eine farblose Fettcreme. Bitte äußerst dünn und möglichst großflächig auftragen. Danach überschüssiges Fett mit einem saugfähigem Tuch abwischen.
Verschmutzte Oberflächen lassen sich leicht mit einem angefeuchteten Schwamm säubern. Verwenden Sie dabei ein neutrales Waschmittel. Das Leder sollte bei der Reinigung nicht durchfeuchten. Die Feuchtigkeit mit einem Fussel-freien Tuch verreiben und trocknen lassen.
Generell gilt: Zuviel Pflege ist es Guten zu viel. Tragen Sie Ihre Lederkleidung häufig und erfreuen Sie sich an der entstehenden Patina. Sie gehört zu Leder einfach dazu!
Viel Spaß mit Ihrem Lederprodukt wünscht Ihr Hack-Team!
Bei weiteren Fragen rufen Sie uns einfach an:
0221 / 240 92 21
Oder senden Sie eine Email an info@lederware.de
Unser Hirschleder kommt zumeist von der Traditionsgerberei Kolesch in Biberach: ein unvergleichliches Leder, hergestellt nach altsämischer Weise. Diese Art der Gerbung ist ein echter Knochenjob. Wer sich darüber eingehender informieren möchte, sollte sich bei Gelegenheit unbedingt die Biberacher Gerbermühle ansehen – ein wirklich lohnender Besuch.
Die wolligen, weichen Eigenschaften des altsämisch produzierten Hirschleders sorgen auf der Haut für ein einzigartig angenehmes Tragegefühl. Und überdies sieht dieses Leder, gerade wenn es schon eine Zeitlang getragen wurde, einfach großartig aus.
Bei der Gestaltung mit Hirschleder achten wir darauf, den typischen Alpenlook zu vermeiden. Unsere Hosen beispielsweise sollen schließlich auch nach Berlin-Mitte passen. Nach langjähriger Erfahrung allerdings erlauben wir uns mittlerweile Hirschhornknöpfe als klassisches Accessoire. Die gehören da einfach dran.
Für die kurze, glatte Lederjacke ist Rossnappa die erste Wahl – egal ob in Schwarz oder Dunkelbraun. Das Pferdeleder in Stärken von 0,8 bis 1,1 Millimetern ist auch für die nicht ganz so harten Mädels und Burschen bequem zu tragen. Dennoch weist es die für diese Lederart so typische Standigkeit auf. Die Leder werden anilin zugerichtet und gebügelt. Auf diese Weise bleiben die Poren offen. Mit der Zeit entwickelt das Rossnappa seine so beliebte Patina.
Stichwort: anilin. Früher wurde Leder noch mit Farben auf Anilinbasis behandelt. Solche Farbstoffe finden heute keine Verwendung mehr. Der Begriff „anilin“ für naturbelassende Leder, auf denen noch die Oberfläche der Haut zu erkennen ist, hat sich als Bezeichnung jedoch erhalten.
Der Allrounder: Von der brettharten Schuhsohle bis zum samtweich-leichten Nubuk – Rindleder kann einfach alles. Bei uns findet es Einsatz in Hosen und Jacken sowie als Verstärkung und Einfassmaterial von Accessoires. Aufgrund ihrer immensen Abmessungen gewähren Rindleder besondere gestalterische Freiheiten, denn sie erlauben wunderbar große Zuschnitte. Auch unser voluminösester Artikel, die Turnmatte aus Vachette-Leder, ist aus extra großen Bullenhäuten gearbeitet. Für den wahrhaft gigantischen Zuschnitt von 208 mal 126 Zentimetern müssen allerdings jede Menge Häute durchgesehen werden, bis wieder einmal eine passende dabei ist.
Segeltuch ist ein schweres Gewebe aus Baumwolle und Leinen. Für die Herstellung von Bekleidung und Taschen ist es naturgemäß nicht gedacht, aber vielleicht ist es gerade deshalb so schön.
Anfangs verarbeiteten wir historische Zeltplanen aus der Schweizer Armee zu Unikattaschen. Die Kollektion fand großen Anklang, doch der Stoff ging irgendwann zur Neige. In mühsamer Detailarbeit entwickelten wir zusammen mit einer deutschen Weberei eine Reproduktion der historischen Vorlage.
Die Kopie bewahrt den Charme der Vorlage. Zwei strangefärbte Baumwollgarne und ein rohfarbenes Leinengarn werden zu einem unverwechselbaren Stoff verwoben. Als Erkennungsmerkmal dient der eingewebte rote Faden, der ehemals die Webkante markierte. Zur Verarbeitung des Stoffes nutzen wir unsere schweren Ledermaschinen. Ein anderes Werkzeug wäre der Materialstärke nicht gewachsen.
Unser Segeltuch verfügt über herausragende Eigenschaften: absolute Stabilität, verlässliche Wind-und Wetterfestigkeit, robuste Optik. Ob als Arbeitshose, Einkaufstasche oder Freizeitjacke - dieser Segeltuchstoff passt immer.
Nur wegen uns muss kein Tier sein Leben lassen. Die Haut, die wir für unsere Ross-, Hirsch-, Rind-, Känguru- oder Rentierleder verwenden, ist immer ein Nebenprodukt - beispielsweise bei der Fleischgewinnung. So werden, wenn eine Schlachtung schon sein muss, wenigstens alle Ressourcen des Tieres genutzt.
So viele Lederarten es gibt, so viele Gerbweisen gibt es auch. In Kombination mit Zurichtung und Färbung eröffnet sich dem Gestalter so ein schier endloses Repertoire an Möglichkeiten.
Bei uns kommt Leder aus Pflanzengegerbung, chromfreier Gerbung, Sämischgerbung und mineralischer Gerbung zum Einsatz.
Von allen Gerbarten ist die Chromgerbung (auch „Mineralische Gerbung“) in den vergangenen Jahren etwas in Verruf geraten. Dies nicht ganz zu Unrecht, denn vielerorts wird sie unzureichend angewandt und verarbeitet. Auch zeigen manche Menschen im Kontakt mit den dabei entstandenen Ledern Unverträglichkeiten.
Dennoch sind unsere Erfahrungen mit der Chromgerbung ausschließlich gut. Eine Studie des Freiberger Forschungsinstituts für Leder- und Kunstledertechnologie stellt der Chromgerbung unter anderem in den Kriterien Haltbarkeit, Farbechtheit, Weichheit, Gerbmitteleinsatz und Wasserbrauch ein vergleichsweise positives Zeugnis aus. Also: Wenn es ein Kleidungsstück erfordert, verwenden auch wir chromgegerbte Leder.